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DIEMTIGTAL BE Waldlehrpfad Meniggrund

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Die liebliche Landschaft des Diemtigtales ist seit Generationen von Wald- und Wiesenflächen geprägt. Entsprechend wichtig ist die Nutzung dieser Flächen durch Land- und Forstwirtschaft. Doch der Wald ist für die lokale Bevölkerung nicht nur Holzlieferant. In Anbetracht der mächtigen Felswände, die sich hier zwischen 640 und 2652 Meter über Meer erheben, wird auch seine Funktion als Schutzengel vor Lawinen, Steinschlag und Murgängen offensichtlich.

 

Diemtigtal_6/10

Zerstörung als Neubeginn

Als vor rund zehn Jahren der Orkan Lothar mit Spitzengeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern durchs Land fegte, fielen ihm allein im Diemtigtal 162 000 m3 Holz zum Opfer. Die Verzweiflung der Waldbesitzer war gross, konnte doch das stark zersplitterte Holz im besten Fall noch als Brennholz verkauft werden. Doch für die Natur bietet eine solche Katastrophe immer auch einen fruchtbaren Neubeginn. Durch den Fall der Bäume gelangt wieder mehr Licht auf den Waldboden. Viele kleinere Pflanzen gedeihen nun schneller und tragen zur Artenvielfalt der Windwurffläche bei. Das tote Holz wiederum beschert Tieren, wie dem Schwarzspecht, ein grösseres Futterangebot, da sich Insekten gerne in abgestorbenen Bäumen verkriechen. Deshalb wurde die Lotharfläche Meniggrund- Flühschwand nicht wieder aufgeforstet, sondern in ein Naturwaldreservat umgewandelt. Der Wald wird dabei sich selber überlassen, und im Totholz bilden sich artenreiche Waldgesellschaften aus Pflanzen und Tieren. Die Schweiz hat erkannt, dass vielfältige Wälder wichtig sind – rund ein Drittel der einheimischen Flora und Fauna sind auf solche angewiesen – und möchte deshalb in den nächsten zwanzig Jahren zehn Prozent der gesamten Waldfläche in solche Reservate umwandeln. Alleine im Diemtigtal soll das Reservatsgebiet auf 500 Hektaren ausgedehnt werden.

 

Spielend lernen

Auf dem neu erstellten Waldlehrpfad Meniggrund lässt sich der Wald mit allen Sinnen erleben. Ganz besonders beliebt bei den kleinen Wanderern sind die Spielposten, wo zum Beispiel mit einer Lupe die Baumrinde und der Waldboden untersucht werden dürfen. Auf allen vieren bewegen wir uns auf dem Waldboden und staunen über die Vielzahl der riesig vergrösserten Insekten. Auch ein Waldbewohner freut sich über die Insekten und klopft eifrig an die Stämme, um die schmackhaften Tierchen herauszulocken. Nach unserer Erkundungstour über Baumwurzeln und quer liegende Stämme geht es weiter zum Windkräftemesser. Wer besonders starke Oberarme hat, misst sich mit dem Sturm Lothar: Auf einer Skala wird angezeigt, mit welcher Windstärke sich der Druck auf den Baumstamm vergleichen lässt. Eindrücklich in Erinnerung geblieben ist uns auch der vorletzte Spielposten, bei der die Wanderer auf einem «bepflanzten» und einem nicht bepflanzten Kunsthang eine Minilawine auslösen und so die schützende Wirkung der Baumstämme und des Wurzelwerks selber beobachten können.

 

Für jeden etwas

Für weniger Spielbegeisterte stehen Informationstafeln bereit, die Auskunft geben zum Wald als Kulturlandschaft, als Lebensraum oder auch als Holzlieferant. In einem Holzgestell wird auch veranschaulicht, wie viel ein halber Ster Holz ist. Wussten Sie, dass man damit ein Einfamilienhaus zehn Tage lang heizen kann? Auch unsere Heizung braucht wieder Nahrung, denn vor lauter Spielposten haben wir unser Mittagessen fast vergessen. Zum Glück befindet sich hinter dem letzten Posten des Lehrpfades eine Feuerstelle, wo wir die mitgebrachte Wurst genüsslich braten können. Ein halber Ster Holz kommt beim Holzsammeln zwar nicht zusammen, aber wir wollen ja auch kein Einfamilienhaus heizen, sondern nur Cervelats bräteln. Das eiskalte Wasser des nahen Mennigbachs sorgt zum Schluss noch für eine kräftige Erfrischung. Wer jetzt noch Lust auf eine längere Wanderung hat, folgt dem Wanderweg zum idyllischen Seebergsee und trifft nach rund fünf Stunden in Zweisimmen ein. Die kürzere Alternative ist der Rückweg zum Parkplatz Meniggrund auf der anderen Seite des Narrenbachs.



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