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Abgrundtief - Vom kühlen Charme des Schluchtenwanderns
Schmale Durchgänge an hohen Felswänden, abgeschiedene Winkel über tosenden Wassern: Schluchten sind eindrückliche Naturschauspiele, die uns einen seltenen Blick ins Innere der Erdkruste werfen lassen. Im Gegensatz zur Weite des Mittellandes und zur Höhe der Alpengipfel, kann man dort Enge erleben und in die Tiefe gehen.
Reise in die Vergangenheit
Einst galten Schluchten und Tobel als Un-Orte, Verliese des Schreckens und Orte schauerlicher Sagen. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man sie als touristische Attraktionen zu erschliessen. Und heute erleben sie als spannende Ausflugsziele eine kleine Renaissance. Wagen Sie mit uns den atemberaubenden Blick in ihre Tiefen – es ist immer auch ein Blick in die Vergangenheit. Oder romantischer ausgedrückt: Ein Blick in den Schoss der Natur.
Der Weg zu den Quellen gehört zu den merkwürdigsten Partien, welche die Schweiz aufzuweisen hat. Derselbe führt auf einer aus je zwei neben einander liegenden Brettern gebauten, schmalen, auf in den senkrechten Felsen mit eisernen Klammern befestigten Balken ruhenden Brücke, die gegen den Abgrund durch eine Lehne geschützt ist (…) An einigen Stellen ragt der Fels so tief über den Weg, dass grössere Personen sich bücken müssen, an andern bildet er hohe Hallen, durch die nur spärliches Licht von magischer Färbung herabfällt. An den meisten Stellen hat der Schlund kaum eine Breite von 20 Fuss.»
Gottfried von Escher: Neuestes Handbuch für Reisende in der Schweiz, Zürich 1851.
Schluchten weisen uns auch einen Weg zu uns selbst
Nie liegt mir das Schluchtenthema näher, als wenn an Heiligabend Tausende von Besucherinnen und Besuchern aus der näheren und weiteren Umgebung die historische Verenaschlucht ob Solothurn in ein romantisches Lichtermeer aus Zehntausenden von Kerzen verwandeln. Das ist pure Mystik. Schluchten sind nämlich nicht nur spannend, weil sie uns eine atemberaubende Sicht in die «Eingeweide» der Natur erlauben, sondern auch, weil diese Blicke immer auch Blicke in die Vergangenheit sind. Mehr noch: In der Enge der steilen Wände und in den magischen Lichtspielen wird auch unser Blick nach innen gelenkt und lässt uns unsere eigenen Höhen und (Un-)Tiefen entdecken. Wohl auch deshalb haben sich Einsiedler und Eremiten für ihre spirituellen Erfahrungen gerne in Schluchten und Höhlen, wie in die Solothurner Verenaschlucht oder ins Flühli-Ranft, zurückgezogen.
Inhalt
Reportage
Schluchten in der Schweiz
Wo die Schweiz in die Tiefe geht
Porträt: Die Schuhmacher von Lowa
Leserangebot: Waldbühne Arosa
Zum Sammeln - outdoor - Ausflugtipps
Portfolio
Gorges de l’Areuse : Die Farben der Schlucht
Service
Leserinnenangebot: Mit Salewa auf den Montblanc
Leserangebot :«Hänsel und Gretel» in Arosa
Geprüft: Sonnenbrillen
Veranstaltungen und Events
Buchtipps
Das Geo-Rätsel