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Goldener Herbst
Wer liebt sie nicht, diese unglaublichen Sonnentage im Spätherbst, wenn sich unten eine zähe Nebelmasse über dem Mittelland breit macht und oben sattes Blau und klare Sicht den Ton angeben? Es ist die Zeit, da die Laubbäume in einem wahren Farbenfeuerwerk ihr Kleid von Grün zu Gelb und Orange wechseln und die Lärchen sich ihren goldenen Vorwinterumhang zulegen. Wer dann dem Lockruf der Berge folgt, wird gleich doppelt belohnt: neben einer barocken Farbenfülle mit einer kaum Grenzen kennenden Fernsicht. Auf also zum Farb-Fern-Sehen!

Schöne Weitsicht – dank guter Planung!
Obwohl die Sonne bei Wanderbeginn schon seit einer halben Stunde am Himmel steht, ist es draussen noch frostig. Der Boden knirscht unter den Füssen, im Tal wabern Nebelfelder, besonders den Flüssen entlang und über den Seen. Ganz allmählich steigt die Temperatur, Jacke, Kappe und Handschuhe, später auch der Pullover, verschwinden im Rucksack. Die Sonnenstrahlen schmelzen den weissen Reif von den Gräsern und lassen die Heidesträucher in Rot und Ocker und die Lärchen in Gelborange leuchten. Wir erreichen den Gipfel – die Luft ist trocken, die Fernsicht atemberaubend; die generalstabsmässige Planung hat Früchte getragen. Der Blick schweift vom Säntis bis zum Grand Combin, von den Mittellandseen und dem Jurarücken bis zu den Bündner Alpen. Und über allem wölbt sich der Himmel so blau, wie er das eben nur im Herbst tun kann.
Lockruf der Natur
Wer es sich einrichten kann, flüchtet dann mit Vorteil über die Nebelgrenze. Denn dort wird man oft von einem wahren Farbenfeuerwerk überrascht. Laubbäume wechseln ihre Farbe von Grün zu Gelb und Orange, bei einigen Arten bis hin zu Dunkelrot. Die Blätter fallen ab und überdecken den Boden mit einer manchmal hüfttiefen, raschelnd– rauschenden Masse. Gräser stehen fahl im Wind und verströmen einen speziell herben Duft. Heidelbeeren und Erikastauden tauchen die Bergflanken in jenes satte, warme Dunkelrot, welches den nahenden Winter verheisst. Aber warum diese verschwenderische Farbenpracht?
Farbspektakel dank «Billigprodukt»
Dass Laubbäume ihre Blätter verlieren, hängt einerseits mit dem regelmässigen Entsorgen von Schadstoffen zusammen, die sich im Laufe des Sommers in und auf den Blättern angesammelt haben, und auch mit der Schneelast, die auf belaubten Ästen hängen bleiben würde. Andererseits – und vor allem – ist das Abwerfen der Blätter eine wichtige Vorbereitung auf die kommende Jahreszeit, denn die Pflanzen müssen sich auf sechs trockene Monate einstellen. Da eine grosse Buche über das Blattwerk pro Tag mehr als 300 Liter Feuchtigkeit verdunstet, benötigt sie einen grossen und recht konstanten Nachschub an Wasser. Dieser Wasserumsatz ist im trockenen Winter unmöglich, da auch die tief hinunter reichenden Wurzeln aus dem gefrorenen Boden längst nicht mehr genügend Wasser aufnehmen können. Sobald der Wasservorrat in Stamm und Ästen aufgebraucht wäre, würden Laubbäume durch die sogenannte Frost-Trocknis geschädigt: Sie würden austrocknen und mit der Zeit verdorren. Daher ist es für diese Bäume überlebenswichtig, die Verdunstung massiv zu reduzieren.
Inhalt
Reportage - Goldener Herbst
Auf zum Farb-Fern-Sehen!
Portät: Ringkuhwettkampf in Saas-Fee VS
Funktionelle Sportkleider
Zum Sammeln: Outdoor-Ausflugstipps
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