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AUBONNE VD Flussschlaufenwandern am Genfersee

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Der blau leuchtende See und die berühmten Reben der «Côte» als Augenschmaus. Das sphärische Konzert von Nachtigall und Lerche als Ohrenschmaus. Die romantische Wanderung durch den Auenwald als Wanderschmaus. Fehlt nur noch der Gaumenschmaus: Den gibts abends nach dem lehrreichen Aubonne-Ausflug mit einer Bachforelle aus dem Ofen. Aber nur für diejenigen, die den ganzen Beitrag lesen...

 

Aubonne_5/10Die Aubonne ist ein kleines Flüsschen, das sich in wunderbaren Mäandern von seiner Quelle in den Hügeln um Bière – das Waadtländer Juradorf ist vielen wehrhaften Schweizer Männern natürlich ein Begriff – bis zu seiner Mündung in den Genfersee ergiessen kann. Dementsprechend schön, um nicht zu sagen romantisch, ist das Wandern an seinen Ufern. Richtig Spass macht das, denn der naturnah gebliebene Fluss darf in einem sogenannten Pendelband weitgehend frei seine Schlaufen ziehen. Etliche langsam zerfallende Uferverbauungen sind zwar noch sichtbar, und Wehre sowie ein Stausee schränken seinen natürlichen Lauf doch ein, aber die wilden Prallhänge und Kiesbetten sind für viele Insekten- und Vogelarten ein wichtiger Zufluchtsort. Zudem bewachsen urwüchsige Silberweiden als typische «Bewohner» von Flussauen die gelegentlich überschwemmten Uferböschungen.

 

Auf Tauchstation

Da wir uns hier in einer der schönsten Winzerregionen der Schweiz befinden, was auf dem zweiten Teil dieser Wanderung augenfällig ist, sind auch kulinarische Freuden zu erwarten. Doch bevor zum Beispiel eine schöne Forelle mit einem Gläschen spritzigem «Blanc» von den Rebgütern um Morges und Aubonne den Gaumen kitzelt – etwa in einem der vielen Restaurants vor Ort oder dann abends selbst gemacht zu Hause –, probieren wir diese doch zuerst in ihrem angestammten Revier zu beobachten. Was gar nicht so leicht ist, denn die Bachforelle (Salmo trutta fario), die zu den Lachsfischen (zool. Salmonidae) und damit zur Spezies der Raubfische gehört, ist ein sehr scheues Wesen. Folglich muss man schon ganz gut hinschauen, um sie – am besten im seichten Wasser – zwischen verrottenden Ästen und moosigem Geröll zu entdecken. Als Jägerin lauert sie vorbei treibenden Opfern auf, um dann blitzschnell zuzuschnappen – so entstehen auf glatten Wasseroberflächen auch die berühmten Ringe. Im Idealfall werden die Fische bis 18 Jahre alt, 80 Zentimeter lang und 2 Kilo schwer – falls man sie leben lässt. Charakteristisch ist ihr graugrün bis bräunlicher Rücken und der weisslich-gelbe Bauch mit den oft auffällig roten und schwarzen, hell umrandeten Punkten. Und wie alle Salmoniden besitzt auch die Bachforelle zwischen Schwanz- und Rückenflosse eine auffällige Fettflosse. Bachforellen besiedeln am liebsten kühle, schnell fliessende und damit sauerstoffreiche Gewässer mit Kies- oder Sandgründen, die ihnen zahlreiche Verstecke bieten. Hier verteidigen sie ihr Revier und jagen leckere Wasserinsektenlarven, aufs Wasser gefallene Landinsekten, Fischeier, Kleinfische und Frösche. Ihr torpedoförmiger, seitlich abgeflachter Körper kommt ihnen dabei zugute. Bachforellen werden im zweiten bis vierten Lebensjahr geschlechtsreif; bei den Männchen ist dies meist ein Jahr früher der Fall als bei den Weibchen. Zum Laichen – von Oktober bis Januar – ziehen sie sich stromaufwärts in höher gelegene Flussabschnitte – bis auf eine Höhe von höchstens etwa 1500 m ü. M. – zurück und überwinden dabei auch bis 1½ m hohe Hindernisse.

 

Auch ein guter Speisefisch

Nicht nur, dass diese kurzweilige Flusswanderung sich in einem schönen Fleckchen am Genfersee abspielt, ist erwähnenswert. Die Aubonne-Mündung ist ausserdem auch ein sehr schöner Platz zum Plantschen (Kieselstrand!) und zum Bräteln. Apropos Bräteln: Die Forelle ist mit ihrem hellen und sehr zarten Fleisch ein ganz ausgezeichneter Speisefisch, der sich für alle Zubereitungsarten wie Braten, Blaukochen («Forelle blau»), Räuchern oder Backen im Ofen eignet. Sollte die rund dreistündige Wanderung hinauf nach Aubonne also die Lust auf eine frische Forelle geweckt haben, hier mein Lieblings-Fischrezept; es stammt aus der Toskana: Den – selbst gefangenen oder gekauften – Fisch ganz, jedoch ausgenommen, mit Kartoffel- und Peperoniwürfelchen oder anderen Gemüsen in eine Gratinform geben, nach Belieben mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft, einer Pesto und/ oder frischen Kräutern würzen, alles mit reichlich Olivenöl beträufeln und im 200 Grad heissen Ofen je nach Grösse 30 bis 40 Minuten backen. Wohl bekomms!



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