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GRIESALP IM KIENTAL BE Alpwirtschafts- und Naturlehrpfad

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GriesalpAuf dem Alpwirtschafts- und Naturlehrpfad Kiental–Griesalp kann man die Natur und ihre Zusammenhänge, aber auch das Leben und die Arbeit der Bergbauern studieren. Lesen, beobachten, fühlen, hören – über alle Sinne vermitteln die Informationsstellen Kindern und Erwachsenen Interessantes über Flora, Fauna, Geologie, Bergwald, Bäche, Alpwirtschaft und über die Alpkäseherstellung.

 

Mit dem «Lötschberger» gibts ab Bern eine direkte Bahnverbindung nach Reichenbach im Kandertal. Und sowieso ist die Fahrt mit dem kleinen Postauto von da auf die Griesalp das Geld wert. Der Name des Chauffeurs steht im Bus angeschrieben: A. Widmer. Die Kioskfrau steckt ihm vor Abfahrt noch einen Apfelschnitz zu. Dafür wolle er sie dann ins Nachtgebet einschliessen, meint er. Spätestens beim Dündenfall legt er einen touristischen Zwischenstopp ein, damit die Fahrgäste ihr Föteli schiessen können. Gibt dann mit schönem Nachdruck bekannt: «Jetzt fängt der Spass erst an», und meint damit die 28 Steigungsprozente durch die fast senkrecht erscheinenden Kurven, was Europarekord für Postautokurse ist. Glücklich oben auf der Griesalp angekommen, klatschen die Gäste enthusiastisch. Man muss wirklich gute Gründe finden, um hier nicht mit dem öV anzureisen.

 

Oberes Kiental: seit 2007 im UNESCO Welterbe Jungfrau – Aletsch – Bietschhorn

Rund zwei Stunden muss man für den steinigen Pfad an 13 Informationstafeln vorbei auf das knapp 1900 m hoch gelegene Bundläger rechnen. Die malerische Alp bietet Ziegen und Kühen eine tolle Weidefläche und erlaubt eine fantastische Sicht über das ganze Kiental und hinauf auf die zerschrundenen Grate von Büttlassen und Gspaltenhorn. Und pssst, wer ganz ruhig ist, entdeckt vielleicht ein paar herumtollende Murmeltiere, wenn nicht gerade ein Steinadler über den Alpweiden kreist. An der Oberen Bundalp kommt man gleich zweimal vorbei, kann also auch zweimal einkehren, was sich mehr als lohnt. Kann vielleicht sogar dem gebürtigen Emmentaler Andreas Steiner beim Käsen zuschauen, zumindest aber für eine Zehnernote ein halbes Kilo chüschtigen Berner Alpkäse AOC vom letzt- oder diesjährigen kaufen. Oder auch ein Mutschli, wahlweise mit Chili, Tomaten, Pfeffer oder Kümmel gewürzt. Der Abstieg fällt umso leichter, wenn man weiss, dass unten die Gelegenheit noch einmal kommt – bei der Schangnauerin Daniela Gerber, – auch sie eine Emmentalerin, die im Steinenberg ihren Alpkäse verkauft, dazu auch Raclette, geschmeidige Mutschli, Schnittlauch-Frischkäse und Ziger. Solange sie auf der Alp sei, ist auch ihr Hofladen offen, meint sie. Das ist bis Ende September der Fall.

 

Bei Josts im «Golderli» ist gut einkehren

Es lohnt sich wirklich, für die Rundwanderung einen schönen Tag zu wählen. Denn das obere Kiental ist eine einzigartige Naturlandschaft, insbesondere während der Frühjahrsblüte, aber auch im Spätherbst, wenn auf den Alpen Ruhe einkehrt und die Farben in die Bäume kommen, rät «Golderli»-Wirt Georges Jost. Das Berggasthaus erreicht man – oft flankiert von einer grossen Alpaka- Herde der Gebrüder Luginbühl aus Aeschi bei Spiez (www.alpacaof- switzerland.com) – ganz zum Schluss der Rundwanderung. Wirtin Beatrice Jost höchstpersönlich hat den Lehrpfad 2004 ins Leben gerufen, um den Gästen neben schönen Wanderungen auch das Wissen um das Zusammenspiel von Natur und Mensch in einer intakten Berglandschaft zu vermitteln. Die danken es ihr und wandern inzwischen zahlreich über und um die Bundalp, auch, weil die Wirtin ein Jahr danach noch ein informatives Büchlein nachgelegt hat. Auf der Sonnenterrasse des «Golderli – nomen est omen – und in der gemütlichen Holzstube fühlt man sich auf Anhieb wohl. Das engagierte Wirtepaar setzt auf Nachhaltigkeit und kämpft seit vielen Jahren darum, das Kiental möglichst naturnah zu erhalten. Wer auf der «Hinteren Gasse» – normalerweise von der Sefinenfurgge her – vorbeikommt, ist hier gut bedient: Für nur 58 Franken im Matratzenlager (Zimmer CHF 95.–) mit einem reichhaltigen Viergänger und einem währschaften Frühstück lässt sich das steile Hohtürli anderntags umso leichter bewältigen. Da Josts sich demnächst – leider – pensionshalber zurückziehen möchten, steht das «Golderli» übrigens zum Verkauf – www. golderli.ch.



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