GELMERSEE BE Schaurige Tiefblicke
Stromerzeugung hat am Grimselpass Tradition: Die Kraftwerke Oberhasli gehören zu den ältesten – und grössten – der Schweiz. Beim Bau der verschiedenen Talsperren und Stollen kamen mehrere Werkseilbahnen zum Einsatz. Einige davon stehen nun auch den Wanderern zur Verfügung. Und zu diesen gehört die Gelmerbahn, deren Maximalneigung von 106 Prozent sie zur steilsten öffentlichen Standseilbahn der Schweiz (und der Welt) macht. Der offene Wagen mit talwärts gerichteten Sitzplätzen sorgt für viel Tiefblick – mehr, als manchem lieb ist. Wer nicht achterbahnfest ist, sollte sich die Sache deshalb zweimal überlegen. Allen anderen ist die Bergfahrt wärmstens empfohlen. Nicht zuletzt, weil sie ein lohnendes Wanderziel erschliesst.

Abstecher Gelmerhütte
Gleich bei der Bergstation eröffnet sich der Blick auf den Gelmersee, einen einst natürlichen, später mit einer Sperre aufgestauten See, der heute zur Energieproduktion genutzt wird. Durch die Granitplatten, die den See links und rechts einfassen, führt ein schöner, stellenweise etwas exponierter Wanderweg. Doch statt den See bloss zu umrunden, lohnt sich vom See-Ende ein Abstecher zur Gelmerhütte: Die einst vor allem unter Kletterern beliebte Unterkunft des Schweizer Alpen- Clubs ist seit Eröffnung der Gelmerbahn zu einem viel besuchten Wanderziel avanciert. Und sie bietet Gelegenheit, einen Blick in die Bergwelt des rauen Aaregranits zu werfen. Selbstverständlich könnte man anschliessend wieder zur Bergstation der Gelmerbahn zurückwandern. Schöner jedoch und ganz ohne Wartezeiten – in der Hauptsaison ist die Talfahrt oft mit längerem Anstehen verbunden – ist der Fussabstieg zur Grimselstrasse bei Chüenzentennlen.