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SCHNIERENHÖRNLI Skitour mit Tiefblick

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SchnierenhörnliDer Brienzergrat, der sich fast senkrecht über dem Brienzersee vom Rothorn bis zum Harder ob Interlaken zieht, ist eine der spektakulärsten Gratschneiden des  Berner Oberlandes. Die komplette (sommerliche) Gratüberschreitung auf wenig begangenen Pfadspuren ist so ausgesetzt, dass sich nur absolut trittsichere und  schwindelfreie Berggänger über die unzähligen Zacken wagen dürfen (SAC-Wanderskala T5–6, 8–10 Stunden ab Brienzer Rothorn). Die bekanntesten Gipfel der Kette sind neben dem Rothorn (2350 m) das Tannhorn (2221 m) und das Augstmatthorn (2137 m); etwas weniger bekannt, jedoch nicht minder schön, Arnihaaggen (2212 m) und das Schnierenhörnli (2069 m). Von diesen Gipfeln schweift der Blick über die wunderbar aufgereihten Berner Riesen Wetterhorn, Lauteraarhorn, die Fiescherhörner, Eiger, Mönch und Jungfrau. Magisch zieht es das Auge auch in die schaurigen Tiefen des fast 1500 m tiefer liegenden Brienzersees. Und kehrt man diesem den Rücken, grüssen das Biosphärenreservat Entlebuch mit dem Hohgant und die weiss verschneiten Hänge der Schrattenfluh herüber. Alles unvergessliche Eindrücke, und die Abfahrt durch den stiebenden Pulverschnee der steilen Nordwestflanke hinunter gleich auch.

 

Zur Belohnung eine Kemmeriboden-Meringues

Ausser der tollen Aussicht und einer steilen Passage kurz unter dem Gipfel weist das winterliche Schnierenhörnli noch ein paar weitere Highlights auf: Höhendifferenz und Zeitbedarf für die Tour sind moderat, dafür die «Meränggen» im «Kemmeriboden-Bad» mächtig. Mit seiner bewegten Geschichte steht der prächtige, heute unter Heimatschutz stehende Gebäudekomplex geradezu als Symbol für das luftig-leichte Gebäck, welches die Bäckerei Riedwyl-Oberli im Weiler Stein zwischen Schangnau und Bumbach für das Hotel fertigt. Der Ort im wildromantischen Quellgebiet der Emme wird seit über 200 Jahren als Mineralquelle genutzt. Der Kurbetrieb wurde vor einigen Jahrzehnten eingestellt, doch steht den Gästen nach wie vor ein Hotpot zur Verfügung. Und in der heimeligen Gaststube verführen Schlemmerteller wie die rustikale Berner Platte oder das urige Emmentaler Lammvoressen an Safransauce, die verbrauchten Kalorien gleich wieder anzufuttern. Spätestens beim legendären Eiweiss-Zucker-Gebäck ist Schluss mit Fasten. Es soll um 1600 erstmals vom italienischen Zuckerbäcker Gasparini in Meiringen hergestellt worden sein, deshalb auch der Name. Der englischen Königin entlockte die hauchzarte Köstlichkeit den Spruch «That’s like a kiss». Das Küsschen ist geblieben im Namen «Baiser». Nun, wer auf dem Schnierenhörnli sicher küssen möchte, nimmt sein Joujou mit, und sonst gilt: Nur Fliegen ist schöner – am liebsten mit einer stiebenden Abfahrt vom Gipfel direkt zur zuckersüssen Schleckerei.



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