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HOHNIESEN Mit Skis oder Schneeschuhen

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HohniesenEine Tour im Diemtigtal ist erst abgeschlossen, wenn man noch beim Heinz eingekehrt ist», sagt mein Tourenpartner Fönsu immer. Dass dem wirklich so ist, stellt der Diemtigtal-Newcomer bei seinem «Antrittsbesuch » im «Horboden» sofort fest. Ins schmucke Restaurant fährt man direkt hinein, wenn man bei der Abzweigung aus dem Chirel-Tal geradeaus fahren würde. An einem schönen Tourentag sind hier beim Après-Ski wirklich Hund und Katze los, und es braucht in der gemütlichen Gaststube alle drei Generationen des freundlichen Neukomm-Nachwuchses, wenn all die Tourenfahrer ihren Durst gleichzeitig löschen wollen. Der Lautstärkepegel steigt und steigt, man begrüsst alte Bekannte, die man hier auch immer wieder antrifft, erzählt, fragt nach, plant schon die nächste Tour. Und konsultiert den Heinz, wenn man etwas noch genauer wissen möchte. In seinem Tal kennt der sympathische ehemalige Lawinenhundeführer nämlich jeden Winkel und weiss, wo jeweils die besten Pulverschneehänge locken. In den Zeiten von Internet und skitouren.ch habe die Flut von telefonischen Anfragen an ihn in den Vorweekendtagen zum Glück etwas abgenommen, meint der Bergler, obwohl er es nicht ungern hat, wenn man ihn um Rat fragt. Den Restaurantbetrieb im «Horboden» führen die Neukomms nun schon seit 30 Jahren – 2009 ist also ein Jubiläumsjahr! –, er in der Küche, sie in der Gaststube. Der Stimmung im Restaurant entsprechen auch die legendären Nussgipfel: Wer meint, er müsse einen selber essen, verfügt entweder über einen besonders grossen Magen, oder er muss später auf das Nachtessen verzichten.


Stets in guter Gesellschaft

Das Diemtigtal ist ein Skitourenparadies par excellence. Das gesamte Tal lockt nach den Verfassern des Skitourenführers Berner Alpen West zwischen Höhenlagen von 700 bis 2700 Metern mit 66 Gipfeln, die bis zuoberst oder fast zuoberst befahrbar sind. Das reicht problemlos für eine ganze Saison. Viele dieser Gipfel sind auch von der Frutiger, Simmentaler und Lenker Seite her zugänglich. Die Attraktivität der Ski- und Schneeschuhtouren im Diemtigtal hat auch ihre Kehrseiten, denn wer zuhinterst auf der Grimmialp, im Chirel, Fildrich oder Männiggrund Schuhe und Felle montiert, hört neben dem Knirschen des Schnees und Piepsen der Barryvox Basler-, Solothurner-, Züri-, Seisler-, Welsch- und Schwabendütsch. Berner und Oberländer sind hier ja sowieso zuhause. Und so wird man auf den Flanken von Rauflihorn, Drümännler, Seehorn und Co. kaum je alleine unterwegs sein, ja auf den Parkplätzen zuhinterst in den Tälern wähnt man sich zuweilen fast schon wie an den Talstationen von Adelboden und der Lenk. Aber wer sich auch mal für einen etwas weniger bekannten Gipfel entscheidet, findet auch im Diemtigtal noch jede Menge unverfahrener Hänge.


Der Höhepunkt ist die Abfahrt

Zum Beispiel der Hohniesen. Damit ist jedoch nicht der «normale» Niesengipfel gemeint, welcher zum Thunersee hin den Abschluss der gleichnamigen Kette bildet. Der massige Hohniesen, der auch als Riedbündihorn bekannt ist, liegt in der Kette weiter südwestlich zwischen dem Schmelihorn und dem mächtigen Dreigestirn aus Winterhorn, Cheibehorn und Männliflue. Er wird nicht ganz so oft besucht wie die ganz grossen Diemtigtaler Klassiker, verfügt jedoch über eine grandiose Westflanke, die von der gegenüberliegenden Talseite mächtig Eindruck macht und die bei guten Schneebedingungen einen Abfahrtsspass der Superlative bietet. Die Tour gehört nicht zu den kürzesten im Diemtigtal, sodass man mit ein bisschen Kondition gut bedient ist, sie stellt jedoch technisch keine Probleme dar. Auf dem flachen Zustieg durch das Chirel-Tal kann man sich gut in seinen Rhythmus laufen, bevor es ab der hintersten Chirel-Alp richtig zu steigen beginnt. Im Frühling verkürzt sich dieser Zugang sogar noch um eine halbe Stunde, wenn man am winterlichen Parkplatz bei der Säge vorbei noch ein Stück weiter bis zum Feissenboden fahren kann.



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