MUTTHORNHÜTTE Nur über den Gletscher erreichbar
Die Wege zur Mutthornhütte der Solothurner SAC-Sektion Weissenstein sind schön und lang. Sechs bis sieben Stunden sind es vom Kien-, Lauterbrunnen-, Lötschenund Gasteretal her. Auf allen Zugängen muss man zudem auf dem Gletscher die Steigeisen anschnallen und sich anseilen. So wird die Hütte zu etwas Besonderem, welches nur durch eine beträchtliche Anstrengung zu erreichen ist. Vom Gasteretal her kommt noch etwas Psychologie dazu: Schritt für Schritt türmt sich vor einem die endlose Kuppe des Kanderfirns vor den Augen auf, erst im letzten Moment wird die Hütte sichtbar.
Auch per Flugzeug
Respektabel ist die Leistung der Pioniere, welche die Hütte 1895 mit billigem Sturmholz aus dem Lauterbrunnental bauen. 1913 und 1925 wird sie erweitert und 1952 durch einen Steinbau ersetzt, der 1980 renoviert wird. In den 50er Jahren beginnt eine neue Epoche, nämlich die der Fliegerei. Für den Neubau transportiert der Gletscherpilot Hermann Geiger mit seiner Piper 20 Tonnen Baumaterial herauf. Der Rest wird mit Maultieren und einem Seilzug aus dem Gasteretal und über den Kanderfirn angeschleppt. Auch der Pilot Ty Rufer landet Hunderte Male auf dem Kanderfirn und Petersgrat. Das Gebiet wird zum Mekka für Skifahrer und – im Sommer – für Gletscherspaziergänger, die sich mit dem Helikopter heraufbringen lassen. Zeitweise herrscht hier lästiger Fluglärm. Ein Flugveranstalter meint, für den siebenstündigen Aufstieg hätten die Menschen heutzutage keine Zeit mehr – auch nicht in den Ferien.