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FREIBERGE Wytweiden, Moorseen und Jurahäuser

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Wer Jura sagt, denkt an die Freiberge, an die Wytweiden mit den stolzen Wettertannen, an die weidenden Pferde und Kühe, an die charakteristischen Jurahäuser und an den weiten Himmel, der Freiheit verheisst.

 

FreibergeDie Bewohner der Freiberge haben ihre Freiheit bereits im Jahr 1384 erhalten, als ihnen der Fürstbischof von Basel, Imier von Ramstein, in einem Brief ewige Steuerfreiheit zusicherte: «Einwanderer und ihre Nachkommen sollen auf ihrem selbst gerodeten Grund und Boden für alle Zeiten von Zins und Zehnten befreit sein.» Der Brief verfehlte seine Wirkung nicht. Junge Leute aus dem Unterland zogen in die Montagnes des Bois, wie die Freiberge im Mittelalter hiessen, und rodeten den Wald. Dabei entfernten sie vor allem die Laubbäume, da dessen vermodernde Blätter den Graswuchs behinderten. Einzelne Rottannen liessen sie hingegen als Schattenbäume stehen. So entstand die typische Wald- oder Wytweide, welche die reizvolle Parklandschaft der Freiberge ausmacht.

 

Erholung zu jeder Jahreszeit

Nicht nur im Sommer, wenn Wanderer, Mountainbiker, Rennvelofahrer, Reiter, Automobilisten und Motorradfahrer die Freiberge «überfallen», auch im Winter ist das jurassische Hochland ein beliebtes Ausfl ugsziel. Nun sind es die Langläuferinnen und -läufer, die durch die stille, glitzernde Landschaft gleiten. Das Loipennetz der Freiberge phiLipp baChmann führt über Dutzende von Kilometern von Les Genevez im Nordosten bis La Ferrière im Südwesten. Entlang der gut präparierten Spuren gibt es Verpfl egungsmöglichkeiten, Umkleideräume und Haltestellen des öffentlichen Verkehrs. Unser Vorschlag für eine Schnuppertour: Starten Sie in Les Reussilles und folgen Sie den Loipen nach La Theurre–Saignelégier bis Les Emibois (13 km), wo Sie den Zug besteigen und über Le Noirmont zum Ausgangspunkt zurückfahren können! Wer noch nicht genug hat, läuft in einer grossen Schlaufe über Le Noirmont–Les Breuleux nach Les Reussilles zurück (plus 20 km).

 

Am skandinavischen Moorsee

Im Sommer gehört die Wanderung um den Etang de la Gruère zu den beliebtesten Ausflügen. Der «Teich» weist eine Wasserfläche von acht Hektaren auf und gehört damit zu den grössten Moorseen der Schweiz. Allerdings ist das Gewässer künstlich. Der See wurde 1650 aufgestaut, um die Räder einer Mühle anzutreiben, denn der ursprüngliche Bach war dazu zu schwach. Später entstand auch eine Sägerei, die bis 1952 mit Wasserkraft betrieben wurde. Das Hochmoor hingegen ist echt. Es entstand nach dem Rückzug der Gletscher vor rund 12'000 Jahren in einer wasserdichten Geländemulde. Heute ist die Torfmoosschicht an einigen Stellen acht Meter dick. Der Boden ist hier so nährstoffarm und vernässt, dass nur noch Moose und spezialisierte Moorpflanzen wie die Rosmarinheide oder der fleischfressende Sonnentau gedeihen. Beinahe wäre dieses biologische Kleinod aber 1942 zerstört worden, denn mitten im Krieg war Torf ein gefragter Brennstoff. Schon waren die Bagger aufgefahren, als alarmierte Naturschützer das Vorhaben noch rechtzeitig stoppen konnten. 1943 stellte die Regierung das Gebiet endgültig unter Schutz.

 

Parklandschaft per Bike

Die angenehmste Art, die Kulturlandschaft der Freiberge zu geniessen, ist eine Velotour kreuz und quer über das gewellte Hochplateau. Zahlreiche Nebensträsschen, aber auch einige recht holperige Mergelwege laden ein zu abwechslungsreichen Fahrten über Wytweiden, durch Wälder, an Wiesen und Äckern vorbei und durch Weiler mit ihren typischen Jurahäusern. Und als optionales Dessert winkt zum Schluss eine Schussabfahrt ins Tal von Tavannes oder Glovelier.



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