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MURI AG Ein Stück auf dem Freiämterweg

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Zuerst die Aufwartung bei der letzten Habsburgerkaiserin Zita, die in der grossartigen Klosteranlage von Muri ihre Ruhe gefunden hat. Dann die gemütliche Wanderung ins wildromantische Findlingsgebiet bei Bremgarten. Und unterwegs noch ein Tête-à-tête mit den niedlichen Damhirschen von Waltenschwil.

 

Familientipp_Muri_12/09Zita von BourbonParma war die letzte Habsburgerkaiserin. Ihre Ruhe gefunden hat sie mit ihrem Gemahl, Kaiser Karl I., im Kreuzgang des ehemaligen Klosters Muri. Die imposante Anlage in der schmucken Freiämter Gemeinde – sie gehört mit Königsfelden und Wettingen zu den wichtigsten Kulturdenkmälern des Kantons Aargau – wurde 1027 von Graf Radebot von Habsburg und Ita von Lothringen gestiftet und entwickelte sich als Benediktinerabtei unter der Rückendeckung der Habsburger zu einem mächtigen geistlichen und kulturellen Zentrum. Viele Jahre galt «Muri» als das reichste Kloster der Schweiz. Herzstück ist das im PeTer-l. Meier Barockstil gebaute Oktogon aus dem 17. Jahrhundert, das von Teilen einer auf das 11. Jahrhundert zurückgehenden romanischen Kirche eingefasst wird. Von ihr sind das Querschiff, der Chor und die Krypta erhalten geblieben. Die prächtige Kirche ist reich mit Fresken und Schnitzereien verziert und enthält nicht weniger als fünf historische Orgeln, welche weit über die Schweizer Grenzen hinaus als bedeutendes Klangdenkmal grosses Ansehen geniessen. 1841 wurde der Klosterbetrieb auf Beschluss des Grossen Rates des Kantons Aargau aufgehoben, was den Aargauer Klosterstreit, eine Auseinandersetzung zwischen dem Kanton Aargau und den katholischkonservativen Kantonen der Schweiz, zur Folge hatte und 1847 in den Sonderbundskrieg mündete. Der Konvent lebt bis heute in Gries (Bozen) und in Sarnen weiter, seit 1961 ist eine Gruppe jedoch wieder im Hospiz in Muri ansässig.

 

Zutrauliche Hirsche

Die Klosteranlage ist allein schon ein toller (Sonntags) Ausfl ug. Doch lohnt es sich, die vorgeschlagene Wanderung anzuhängen, weil die Region des aargauischen Freiamtes – auch in der Vermarktung – gerne auf die zugegeben schönen Städtchen Muri und Bremgarten reduziert wird. Aber die beschauliche Hügellandschaft um Bünz und Reuss hat mehr zu bieten. Sicher interessanter als die Klostergeschichten sind für die Jüngeren die hübschen Damhirsche im Waltenschwiler Wildpark. Das eingezäunte Gehege, das man umwandern kann, liegt nahe beim sagenträchtigen Erdmannlistein, dem Endpunkt dieser Tour. Die Tiere sind erstaunlich zutraulich und fressen sogar aus der Hand, wenn man ihnen ein Büschel Gras oder eine Brotscheibe hinhält. Im Park, der aus Wald, Wiese und einem Sumpf mit Teich besteht, leben neben Dam- und Sikahirschen auch Enten und Graureiher. Und erratische Blöcke findet man auch, was sehr typisch ist für diese Region.

 

Wer erweckt die Erdmannli?

Der berühmteste Findling «thront» im Bremgartenwald. Der ebenso imposante wie geschichtsträchtige Erdmannlistein liegt auf dem Hügelzug des Wagenrains, auf der Kuppe einer Moräne. Er besteht aus zwei fünf Meter hohen Felsbrocken, auf denen eine Felsplatte liegt. Die gegen 60 Tonnen schweren Blöcke aus gneishaltigem Granit wurden während der Würmeiszeit durch den Reussgletscher aus dem Aarmassiv ins Mittelland transportiert. Vermutet wird, dass sie in prähistorischer Zeit von Menschenhand an dieser Stelle aufeinandergeschichtet wurden und als Fixpunkt eines Kalendersystems dienten. Zahlreiche menhirartige Steine in der Umgebung, die auf einer Fläche von einem Quadratkilometer entsprechend positioniert sind, sollen diese Theorie stützen.

 

Eine Sage gibts natürlich auch: Unter dem Erdmannlistein soll sich der Eingang zu einer Höhle befunden haben. Darin lebten zutrauliche, den Heinzelmännchen ähnliche Erdmännchen, die Tänze aufführten und dafür von den Menschen mit Kraut und Rüben belohnt wurden. Bis zwei junge Burschen Steine in die Höhle warfen. Seither sind die putzigen Kerle verschwunden und sollen erst wieder hervorkommen, wenn es jemand schafft, sieben Mal mit angehaltenem Atem um die Steine zu rennen. Was ziemlich schwierig ist. Sicher hingegen ist, dass sich der lauschige Platz im schattigen Wald hervorragend zum Bräteln und Herumkraxeln eignet.



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