FLÜH–LAUFEN Burgruine, Wallfahrtskirche, Städtchen
Von Flüh, das in einer Solothurner Exklave am Rand des flachgewellten Sundgaus liegt, zur prächtig gelegenen Ruine Landskron im französischen Teil des Leimentals, zurück ins solothurnische Mariastein und über den Blauen ins basellandschaftliche Laufen führt die Tour mehrmals über politische Grenzen. Von diesen Grenzen sieht der Wanderer allerdings höchstens noch zwei Zöllner beim Bahnhof Flüh und eine Warntafel bei den unbesetzten Grenzübergängen.
Klettern auf der Landskron
Grenzerfahrungen konnten bis vor zwanzig Jahren mutige Kraxler an der Ruine Landskron sammeln, als die Burg noch dem allmählichen Zerfall überlassen war. Seither bemüht sich der Verein Pro Landskron mit finanzieller Unterstützung des französischen Staates, die Burgruine für die Besucher zu sichern und zerfallende Teile, wie den Pulverturm, wieder zugänglich zu machen. Die Besteigung des mit einer Artillerieplattform versehenen Wohnturms, der im 18. Jahrhundert auch als Gefängnis diente, lohnt sich auf jeden Fall – nur schon wegen der prächtigen Aussicht auf das Sundgau, die Vogesen, den Schwarzwald, die Stadt Basel und die Jurahügel.
Wallfahren nach Mariastein
Eine andere Grenzerfahrung machte ein Kind im 14. Jahrhundert, als es den Sturz über einen hohen Fels dank dem Eingreifen der Gottesmutter Maria wunderbarerweise überlebte. Schon bald besuchten Pilger von weither den Gnadenort. Heute steht in Mariastein ein Benediktinerkloster, eine gotische Kirche mit barocker Ausgestaltung, ein Kur- und Seminarhaus, ein prächtiger Kräutergarten und eine Vielzahl von Wirtshäusern. Die Grotte von Mariastein ist nach Einsiedeln der beliebteste Wallfahrtsort der Schweiz geworden – nicht zuletzt dank den vielen (katholischen und hinduistischen) Tamilen.
Laufen nach Laufen
Die nächste Grenze SO/BL erreichen wir beim Metzerlenkreuz auf dem Grat des Blauen. Dank den grossflächigen Sturmschäden erhalten wir hier einen weiten Blick ins Laufental hinunter, das bis 1798 zum Fürstbistum Basel gehörte und am Wiener Kongress 1815 zusammen mit dem Jura dem Kanton Bern zugesprochen wurde. Im Jahr 1994 wählte die Laufentaler Bevölkerung den Anschluss an den Kanton Baselland. Drei trutzige Tore, eine breite Hauptgasse und stattliche Bürgerhäuser lohnen eine nähere Besichtigung des mittelalterlichen Städtchens Laufen.