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REIGOLDSWIL–WASSERFALLEN Viel Natur und Aussicht

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Reigoldswil_Wasserfallen_1011_07Wasser ist im Jura eher selten anzutreffen, denn die durchlöcherten Kalkschichten verschlucken das Nass vom Himmel – meist ohne Spuren zu hinterlassen. Erst am Rand des Talbodens tauchen die Niederschläge in Form von mächtig sprudelnden Karstquellen wieder auf. Im Hinteren Frenkental ist das anders. Hier stürzen die Bäche von der – nomen est omen – Wasserfallen-Weide und der Bürtenfluh über Felsbänder in die engen Schluchten des Frenkentals. Wer für den Aufstieg den romantischen Jägerweg wählt, kann die grossen und kleinen Wasserfälle in aller Ruhe bewundern und sich bei Bedarf den Schweiss von der Stirn spritzen lassen.

 

Strom vom Wasserrad

Das Wasser der Hinteren Frenke wurde bereits im frühen Mittelalter genutzt. In Chilchli, bei der Talstation der Wasserfallenbahn, hat man die Reste einer Mühle und eines herrschaftlichen Steinhauses aus der Zeit um 700 n.Chr. gefunden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in Reigoldswil zwei Mühlen und drei Sägereien mit Wasserkraft betrieben, und auch heute kann man im Dorfteil Bad noch ein hölzernes Wasserrad in Aktion besichtigen. Ursprünglich für die «Äussere Säge» gebaut, produziert es heute Strom für die Gemeinde Reigoldswil – durchschnittlich 5500 kWh pro Jahr.

 

Ein Tunnel nach Mümliswil

Die Säge wiederum diente in den 1870er Jahren als Baubüro der Centralbahn. Damals wurde an einem Eisenbahntunnel von Reigoldswil nach Mümliswil gebaut, doch der Bahngesellschaft ging das Geld aus. Die Linie Liestal–Oensingen blieb Illusion. Heute ist vom Projekt einer direkten Bahnlinie Basel–Bern nur noch der (gesperrte) Tunneleingang südlich der Gondelbahnstation zu sehen. Der Übergang über die Wasserfallen wurde jahrhundertelang von Händlern, Marktgängern und Viehtreibern benutzt, doch eine grössere Bedeutung erlangte der Pass nie. Zu steil sind die beiden Bergflanken und zu nahe die Konkurrenz des gut ausgebauten Oberen Hauensteins. Den einzigen Vorteil hatte der WasserfallenÜbergang, dass man dank ihm den Warenzoll bei Langenbruck umgehen konnte. Dass der Wasserfallenpass nie ausgebaut wurde, freut heute die Wanderer und Biker ebenso wie die Erholungssuchenden, die die Stille und die schöne Aussicht auf die unzähligen Hügel und Täler geniessen.



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