SISSACH–LIESTAL Burgruinen, Aussichtsplätze, Kleinstadt
Hoch über dem verkehrsreichen Ergolztal führt ein schattiger Weg von der Burgruine Bischofstein über die Sissacherfluh zum Liestaler Aussichtsturm und hinunter in die Baselbieter Kantonshauptstadt.
erkehrsmässig ist Sissach der zentralste Ort des Baselbiets. Hier kreuzen sich die A2 und die Hauptstrasse von Liestal nach Olten, und hier führt die Schnellzuglinie Basel–Mailand durch. Entsprechend gross ist das Verkehrsaufkommen auf den Strassen und Schienen. Andererseits ist der Ort bestens erreichbar und somit ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Allerdings braucht es zuerst einen Effort, will man nicht im engen, lärmbelasteten Ergolztal bleiben. Eine gute Stunde – meist durch Wald – dauert der Aufstieg bis zur Burgruine Bischofstein. Die Burg wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts vom Bischof von Basel gegründet, ging 1311 als Lehen an die Herren von Eptingen und wurde 1356 beim Erdbeben von Basel stark beschädigt. Sie blieb aber bis ins 16. Jahrhundert weiterhin bewohnt. Heute kann man noch den Bergfried – auf eigene Gefahr – auf einer Eisenleiter besteigen.
Türme und Ruinen als Aussichtspunkte
Noch stärker zerfallen ist die Wehranlage auf der benachbarten Sissacherfluh. Die Mauerreste beim Picknickplatz stammen von einer Fluchtburg aus dem 6. bis 10. Jahrhundert. Im 16. und 17. Jahrhundert diente der Aussichtspunkt als Hochwacht und gehörte zum eidgenössischen Melde- und Warnsystem. Der weite Blick von der Fluh auf Sissach, das Ergolz-, Diegter- und Homburgertal und die Juraketten beweist die hervorragende strategische Lage der Sissacherfluh. Den nächsten Aussichtspunkt erreichen wir nach einer längeren Wanderung durch lichte Buchenwälder. Es ist ein 30 Meter hoher Turm, von dem man die Hauptstadt des Kantons Baselland und die angrenzenden Gemeinden, aber auch den Jura, das Rheintal und den Schwarzwald überblickt. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung – beziehungsweise ein gemütlicher Abstieg – nach Liestal.
Hauptstadt eines halben Kantons
Die sehenswerte Altstadt ist im 13. Jahrhundert auf einem Geländesporn errichtet worden, der den Zugang zu den beiden Hauensteinpässen kontrollierte. Nach mehreren Besitzerwechseln kam das mit vielen Freiheitsrechten ausgestattete Liestal im Jahr 1400 zur Stadt Basel, womit die meisten Vorrechte wieder verloren gingen. In den folgenden Jahrhunderten rebellierte Liestal immer wieder gegen die Bevormundung durch die Stadt am Rheinknie. So unterstützte es im 16. und 17. Jahrhundert die (meist erfolglosen) Bauernbewegungen und ab 1790 die Französische Revolution. Bei der Gründung des Kantons Basel-Landschaft vor 175 Jahren spielte Liestal eine führende Rolle und wurde Kantonshauptstadt.