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TAFELJURA Oberbaselbieter Dörfer

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Tafeljura_Oberbaselbiet_1011_07Wie riesige Tafeln liegen die ungefalteten Gesteinsschichten im oberen Baselbiet übereinander – ein herrliches Vergnügen für Radwanderer und Biker.

Im Gegensatz zum Kettenjura, der sich von Regensberg ZH bis nach Chambéry F erstreckt, beschränkt sich der Tafeljura auf den nördlichsten Teil des Juragebirges (Fricktal, Baselland und Ajoie). Bei der Gebirgsbildungsphase vor fünf Millionen Jahren sind die Gesteinsschichten in diesem Gebiet nicht gefaltet, sondern nur leicht gegen Norden angehoben worden. Dabei entstand eine treppenartige Schichtstufenlandschaft mit steilen Stufen und leicht südwärts geneigten Tafelflächen. Wer mit dem Bike vom Asphof auf den Limperg hinauf kraxelt (siehe tour-info), überwindet eine solche Treppenstufe und darf anschliessend eine rasante Fahrt über die schiefe Limpergebene nach Anwil geniessen. Die Erosion der Bäche und Gletscher hat allerdings stark an den Tafelflächen genagt, sodass im Laufe der Jahrtausende tiefe Gräben und kastenförmige Täler entstanden sind.

 

Dörfer wie im Heimatbuch

Die vorgeschlagene Velotour umgeht das Ergolz- und das Eital in einem grossen Bogen und streift einige der schönsten Tafeljura- Dörfer des Oberen Baselbiets. Zum Beispiel Anwil mit seinen typischen Giebelhäusern, dem achteckigen Brunnen und dem harmonischen Ortsbild. Oder Oltingen, eingebettet zwischen sanften Hängen inmitten von Obstbäumen, mit kleinen Gassen und einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Zusammen mit dem markanten Pfarrhaus, der Pfarrscheune, dem Beinhaus und dem ummauerten Friedhof bildet das Gotteshaus eine eindrückliche Kirchenanlage. Noch berühmter sind die spätmittelalterlichen Fresken im Innern der Kirche, welche das Jüngste Gericht darstellen und erst 1956 dank dem Spürsinn des Dorflehrers Weitnauer bei einer Renovation entdeckt worden waren.

 

Kirschenschmaus

Am bekanntesten sind jedoch die unzähligen Kirschbäume im Oberen Baselbiet. Im Frühling erblüht die weite Landschaft in hochzeitlichem Weiss, untermalt vom Grün der Wiesen und dem Gelb des Löwenzahns. Es ist die Zeit der Blustfahrten – beispielsweise auch mit dem Velo. Im Frühsommer wird der Augenschmaus dann von Gaumenfreuden abgelöst, wenn zu jedem Essen ein Dessert mit frisch gepflückten Kirschen gehört. Die Ökonomie hat mittlerweile aber auch die Baselbieter Obstbauern erreicht: Aus Rentabilitätsgründen werden die ökologisch wertvollen hochstämmigen Kirschbäume immer mehr durch niederstämmige Anlagen ersetzt. Die Kirschen sind zwar immer noch gut, doch Landschaft und Umwelt verarmen allmählich.



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