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GANTRISCH–STOCKHORN Höhenwanderung der Extraklasse

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Gantrisch_StockhornÜber den Schlemmerweg

Entlang der Gantrischkette zieht sich vom Gurnigel bis zum markanten Gipfel des Stockhorns ein rassiger Höhenweg. Er gehört zu den beliebtesten des Landes, denn die Aussichten auf die Berner Alpenwelt, den Thunersee, das Simmental und ein paar kulinarische Freuden sind einfach grandios.

 

Noch ein Käfeli im Berghaus Gurnigel, bevors losgeht.

Ab Wasserscheide dem Wegweiser Richtung «Leiterepass» folgen. Nach einer halben Stunde für das zweite Käfeli – für das kalte Plättchen ist es doch noch etwas zu früh – in der Alpwirtschaft Obernünene (1689 m) «zuecheha». Dann den Passweg einschlagen und in steilen Kehren zum Pass (1905 m) hochsteigen. Hier beginnt der bequeme Höhenweg, der mehr oder weniger der Höhenkurve entlang führt, bis nach insgesamt drei Stunden die Oberi Walalp (1714 m) erreicht ist. Und weil es gerade Mittag ist, hier einkehren und den ausgezeichneten Alpkäse geniessen. Wer sich den noch ein bisschen mehr verdienen will, nimmt schon vorher südlich der Stubeflue den noch höheren Höhenweg und überschreitet auf dem rassigen Walalpgrat den Hohmad (2076 m) und den Möntschelespitz (2021 m). Das Programm auf der Walalp bleibt aber dasselbe. Von da gibts wieder zwei Möglichkeiten: Die anstrengendere führt in 1½ h den steilen, gesicherten Felsweg über die Baachegg zum Stockhorn (2190 m) hinauf, wos natürlich auch ein Restaurant hat. Weniger anstrengend, aber auch mit weniger famoser Aussicht auf den Thunersee, ist die Wanderung rechts um das Stockhorn herum via den schön gelegenen Oberstockensee – ohne Kiosk, dafür mit vielen Fische(r)n – zur Oberstockenalp (1776 m). Spätestens hier kehrt auch der hartgesottenste Rucksackfetischist ein. Denn «die ist wirklich obenuse», meint auch Outdoor-Kenner und -Autor Dani Anker. Die nächste – und letzte Bergwirtschaft – lockt dann erst wieder in der Mittelstation Chrindi der Stockhorn-Luftseilbahn (1637 m). Kurz vor dem Ziel verleitet der idyllische Hinderstockesee zum Träumen – natürlich von frischen, knusprig gebratenen Forellen. Allerdings: Davon träumen an seinem Ufer noch ganz viele andere auch… (2 h ab Oberi Walalp).

 

Petri Heil. Und sonst: Käse Schmilz.

Nun, ein Fischer bin ich selber nicht. Habs zwar schon diverse Male probiert, aber gefangen habe ich noch nie etwas. Zum Glück, denn das Zubereiten geht mir entschieden besser von der Hand als das Metzgen. Dafür ist mein langjähriger Kletterkollege Heinz ein Petri-Crack, sodass ich dennoch eine gewisse Affinität zu den Ringen im Wasser entwickelt habe. Ich kenne darum die Wander- und Fischerparadiese rund um den Hinderstocke- und Oberstockesee schon eine geraume Weile, und damit auch die Oberstockenalp. Um die sind nämlich auch die abgebrütetsten Fischer ganz schön froh, wenn das Wetter garstig ist und die Forellen einfach nicht beissen wollen. In der toll gelegenen Alpwirtschaft servieren ihnen da Werner und Vreni Bühler Seelentröster in Form von leckersten Käseschnitten. Gut, dass sich die beiden vor ein paar Jahren gesagt haben, wenn schon Essen auf der Alp, dann auch was wirklich Gutes. Und vor allem was Eigenes. So etwas wie zarte Frischkäsli mit Kräutern, würzigen Hobelkäse, Fleisch und Wurst aus der Region, eine Riesenmerängge mit Alpnidle und zum Schluss ein Oberstockekafi  mit einem rechten Schuss Güx. Nein, verhungern muss auf Oberstocke wirklich niemand!

 

Es Chacheli Gaffee zum Kuhgebimmel.

Das alles schmeckt so gut, dass es auch keine grosse Rolle spielt, wenn zwischen der düsteren Küche und der hellen Terrasse der Stall liegt; die Kühe sind im  Sommer sowieso draussen und laben sich auf den Alpen rundum an den würzigen Alpkräutern. Ihre fette Milch wird in der Küche im grossen Kupferchessi verkäst. Weil die Sennerei mit der grasigen Terrasse so gemütlich ist und die Gäste darum auch gerne ein bisschen «überhöckle», haben Bühlers ein Matratzenlager  eingerichtet. Für 30 Franken inklusive ein opulentes Älpler-Zmorge. Das ist nicht viel, und für das Nichtviel gibts eingemummelt in die warmen nordischen Decken  bei Glockengebimmel und herrlich frischer Alpenluft Tiefschlaf vom Feinsten. Und wenn am Morgen die Sonne ins «Chacheli Gaffee» scheint, ist die Älpleridylle perfekt. Zumindest so lange, bis die grosse Masse von den Seilbahnstationen Chrindi und Stockhorn her den Weg hierher auch bewältigt hat. Für Vereine, Familien  und den Firmenausflug gibts übrigens besondere Arrangements, auch Ferien auf der Alp sind möglich. Und wenn Bühlers im Winter nicht auf der Alp sind, muss  man auf ihren genialen Alpkäse dennoch nicht verzichten: Es gibt ihn auch in ihrer Winterbleibe in Erlenbach zu kaufen.

 

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