Veltlin - Grenzwandern
In vino veritas – im Wein liege die Wahrheit, heisst es. So gesehen meint es die Wahrheit mit dem Veltlin besonders gut. Nicht nur, weil dieser so gut schmeckt, sondern auch, weil das nördlichste italienische Alpental zwischen malerischen Rebterrassen und höchsten Eisgipfeln mehr als 3000 Höhenmeter Raum für Entdeckungen bietet. Und auch, weil mit jedem Wandermeter die sprichwörtliche Herzlichkeit der Valtellinesi noch ein bisschen grösser wird. Sie sind noch nicht ganz überzeugt? Dann lassen Sie sich vom Wandermagazin SCHWEIZ jetzt durch die sonnigen Rebhänge und in die wilden Seitentäler zwischen Tirano und Morbegno führen.

Auswandern
Ende Mai und 32 Grad. Ich bin zum ersten Mal in Sondrio. Neuerdings sei die Città Vecchia beschallt, stellt Wanderleiterin Franziska fest. Salsa-Klänge wirbeln durch die belebte Gasse, fast scheint es, als würden den Menschen die Rhythmen in die Beine fahren. Eine karibische Niederlassung mitten in den Alpen – wer möchte da nicht hin?
Sondrio, die Hauptstadt des Veltlins, zeigt sich heute von ihrer sonnigsten Seite. Und das wird diese Woche mit grösster Wahrscheinlichkeit auch so bleiben, denn die Sonnenscheindauer auf den rebenbepflanzten Südhängen entspricht in der Intensität derjenigen der Insel Pentelleria vor Sizilien. Das ist erstaunlich. Und gut für die Menschen, die hier leben, aber auch gut für den Wein und das Obst, das kultiviert wird. Und natürlich auch gut für diese vom Schweizer Wanderspezialisten Imbach organisierte Wanderwoche im schönen oberitalienischen Alpental.
Das war einmal
Fehlt da nicht noch was? Wandern Sie nach Teglio ins «Bellavista» (Outdoortipp Seite 17). Hier mischen sich feinste Kulinarik und spannende Historie – im berühmtesten Veltliner Gericht, den Pizzoccheri. Das «Armeleutegericht » und das Veltlin gehören zusammen wie das Ei und das Huhn. Der Name leitet sich vom älteren Begriff pinzocheri ab, was «gering geschätzt» meint. Es handelt sich hierbei um einen Eintopf aus Buchweizennudeln, Kartoffeln und Wirsing, die zusammen in Salzwasser bissfest gekocht und mit jungem Casera und oft auch Parmesan an seeehr viel ausgelassener Knoblauchbutter angerichtet werden. Laut Originalrezept der Pizzoccheri- Akademie – das gibts! (www.accademi adelpizzocchero.it) – liegt das Verhältnis von Buchweizen- und Weizenmehl bei 4 zu 1, was den Nudeln eine kernige Struktur verleiht. Die nahrhafte Speise wurde 1548 erstmals urkundlich erwähnt. Sie soll in Teglio entstanden sein, auf dessen Hängen der Anbau des robusten Buchweizens (Grano saraceno) grosse Tradition hat.
Inhalt
Reportage - Veltlin
Auswandern - auf Veltliner Pfaden
Porträt: Fratelli Ciapponi, Morbegno im Veltlin
Naturpark Thal SO
Zum Sammeln: Outdoor-Ausflugstipps
Portfolio
Die Nomaden der Bitto-Täler
Der Schweizer Wanderkrimi
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